Haftpflichtversicherung – Allgemeine Daten und Fakten

HaftpflichtIm Gesetz steht geschrieben, wer anderen einen Schaden zufügt, muss dafür auch aufkommen. Hieraus ergibt sich die sogenannte Haftpflicht, die Pflicht, Schäden durch Selbstverschulden zu ersetzen. Das gilt nicht nur gesetzlich, sondern auch moralisch.

Das Wort Haftpflichtversicherung besteht aus den Worten Haftpflicht und Versicherung. Die Haftpflicht, eben die Pflicht, für die Schäden aufzukommen, wird in diesem Fall dann von der Versicherung getragen.  Kommt es zum Versicherungsfall, übernimmt das jeweilige Versicherungsunternehmen die Kosten. Vor einer Regulierung des Schadens aber überprüft die Versicherung, ob tatsächlich ein Anspruch besteht. Ist dies der Fall, kommt es zu Zahlungen. Die Versicherung des Versicherungsnehmers, der in dem Fall dann der Schädiger ist, zahlt dann an die geschädigte Person.

Was die Versicherung für den Versicherungsnehmer tut

Natürlich ist eine Versicherung dazu da, im Versicherungsfall für den jeweiligen Schaden aufzukommen. Die Haftpflichtversicherung aber tut noch mehr. Wird ein Schaden gemeldet und besteht tatsächlich ein Anspruch, so leistet die Versicherung.

Kommt die Versicherungsgesellschaft aber zu dem Entschluss, dass kein Anspruch auf eine Versicherungsleistung besteht, so unterstützt sie ihren Kunden auch und steht für ihn und seine Interessen ein, wenn dieser versucht, den Geschädigten davon zu überzeugen, dann es nicht seine Schuld war und keine Zahlung erfolgen wird. Kommt es im Falle von unberechtigten Schadensersatzansprüchen  hart auf hart, übernimmt die Versicherung dann auch die Kosten für Gericht etc. Daher wird die Haftpflichtversicherung oft auch als Ergänzung zur Rechtschutzversicherung angesehen.

Haftpflichtversicherung – was kann, was muss

Bei der Haftpflichtversicherung gibt es verschiedene Arten. Einige davon sind Pflicht, andere können, müssen aber nicht abgeschlossen werden. Eine Pflicht auf Abschluss besteht bei der KFZ-Haftpflicht für alle Halter eines Autos, ebenso bei der Jagdhaftpflicht für alle Jäger. Das Gesetz hat die Pflicht in diesem Bereichen eingeführt, weil hier eine große Gefahr und ein hohes Risiko vorliegen. Die Haftpflicht soll hier die finanziellen Folgen auffangen.

Neben den Pflichtversicherungen gibt es aber auch Haftpflichtversicherungen, die nicht zwingend abgeschlossen werden müssen. Die wichtigste Haftpflichtversicherung, die private Haftpflicht. Eine weitere wichtige Art, die Betriebshaftpflicht. Bei beiden Varianten gibt es keine Versicherungspflicht. Dennoch sind es Versicherungen, die durchaus zu empfehlen sind. Im Alltag ist es schnell passiert, dass man jemand oder etwas unbeabsichtigt einen Schaden zuführt. Dies kann ohne Folgen ablaufen, oder aber, die entstehenden Kosten steigen ins unermessliche. Wer jetzt keine entsprechende Haftpflichtversicherung hat, muss mitunter tief in die Tasche greifen. Es lohnt sich also in jedem Fall, über den Abschluss einer Haftpflichtversicherung nachzudenken. Besonders die normale, private Haftpflichtversicherung sollte in ihrer Wichtigkeit nicht unterschätzt werden.

In den folgenden Kapiteln wird in erster Linie die private Haftpflichtversicherung behandelt. Wer eine private Haftpflichtversicherung abschließen möchte, sollte vorab die einzelnen Angebote und Anbieter miteinander vergleichen. Es gibt unzählige Optionen und Tarife, ein Vergleich kann helfen, das individuell passende Angebot zu finden.

Wen und was versichert die private Haftpflichtversicherung?

Bei den Schäden, die die private Haftpflicht absichern soll, wird zwischen insgesamt 4 Kategorien unterschieden:

  1. Personenschäden

Wird die Gesundheit von Personen geschädigt, kommt es zu Verletzungen oder gar zum Tod, spricht man von den sogenannten Personenschäden. Hier sind es dann meist Zahlungen für Behandlungen, Schmerzensgeld oder auch eine mögliche eventuelle Rente für den geschädigten, für die die Versicherung dann aufkommt.

  1. Sachschäden

Werden Sachen beschädigt, zerstört oder gehen verloren, spricht man von Sachschäden. Die Versicherung kommt für Reparaturkosten bzw. für den entsprechenden Ersatz auf. Anders als bei der Hausratversicherung ersetzt hier die Versicherung aber nur den Zeitwert des entsprechenden Gegenstandes bzw. der Sache und übernimmt nicht automatisch den Neuwert.

  1. Vermögensschäden

Hierunter fallen Schäden, die den Geschädigten bezüglich seiner Vermögenssituation beeinflussen. So ist z.B. ein Verdienstausfall, der dem Geschädigten finanziell schadet, ein sogenannter Vermögensschaden.

  1. Auslandsschäden

Für vorrübergehende Auslandsaufenthalte übernimmt die Versicherung im Versicherungsfall die Kosten, es handelt sich dann um Auslandsschäden.

Doch nicht nur die Frage, welche Schäden von der Haftpflichtversicherung  übernommen werden ist interessant, sondern auch die Frage, welche Personen oder Personengruppen fallen unter die entsprechende Absicherung. Hierbei handelt es sich um folgende Personen und Gruppen:

  • alle Privatpersonen
  • Minderjährige, die der Aufsichtspflicht unterliegen
  • Menschen, die im eigenen Haus andere Menschen beschäftigen (z.B. Putzfrau)
  • Menschen, die Inhaber von selbstgenutzten Wohnungen oder Häusern sind
  • Bauherren bis zu einer Summe von 25.000 Euro
  • Vermieter, die max. bis zu drei Wohnungen unterhalten
  • Radfahrer und Sportler
  • Waffenbesitzer
  • Halter von Katzen und anderen zahmen Haustieren
  • Menschen, die auf fremde Hunde aufpassen
  • Menschen, die auf fremden Pferden reiten
  • Fahrer von KFZ bis max. 6km/h
  • Menschen, die Paddel-, Ruder- und Kanuboote nutzen; Wasserski fahren, fremde Segelschiffe fahren oder surfen

Wer eine private Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat, sollte wissen, welche Personen bei ihm mitversichert sind. Das sind in der Regel der Versicherungsnehmer selbst, der Ehepartner, minderjährige Kinder, volljährige Kinder in Ausbildung oder Studium, je nach Vertrag auch nicht eheliche Lebensgemeinschaften.

Eine private Haftpflichtversicherung ist in jedem Fall eine sinnvolle Versicherung. Wer eine solche abschließen möchte, sollte sich vorab nochmals genau informieren, welche Schäden übernommen werden, und welche Personen und Personengruppen hier versichert werden können. Nur so können sich Versicherungsnehmer sicher sein, immer und zu jeder Zeit bestens abgesichert zu sein.

Wann greift die private Haftpflichtversicherung nicht?

SicherungDie private Haftpflichtversicherung übernimmt viele Schäden und sichert viele Personenkreise ab. Doch nicht alle Personen und nicht alle Schäden fallen unter die Regulierung dieser Versicherung.

Folgende Personen und Personenkreise fallen nicht unter die private Haftpflicht und müssen sich separat versichern:

  • Menschen, die auf die Jagd gehen, die Rennsport betreiben oder an Boxkämpfen oder ähnlichem teilnehmen
  • Menschen, die Tiere benutzen, die nicht als zahme Haustiere gelten, z.B. Hunde
  • Menschen, die gewerblich genutzte Tiere haben, z.B. Rinder
  • Führer KFZ
  • Menschen, die ein eigenes Segelboot haben und dies nutzen

Natürlich können all diese Personen eine private Haftpflichtversicherung abschließen, passiert jedoch ein Schaden im Rahmen der genannten Tätigkeiten, so übernimmt die private Absicherung hier nicht die Schadensregulierung. Wer hier vorsorgen will, braucht eine separate Absicherung. Ein Beispiel ist die KFZ Haftpflicht, die jeder Führer eines KFZ abschließen muss.

Es gibt aber nicht nur Personengruppen, die nicht unter die private Haftpflicht fallen, sondern auch bestimmte Situationen, Fälle und Schäden, die nicht versichert sind. Hierzu gehören:

  • Schäden, die vorsätzlich oder grob fahrlässig verursacht wurden
  • Schäden unter Personen, die alle in der gleichen Versicherung versichert sind, z.B. Haftpflicht für Ehepaare
  • Schäden, die an geliehenen, gemieteten oder gar gestohlenen Schäden entstanden sind
  • Straf- und Bußgelder
  • Schäden, die durch eine Beleidigung oder Verleumdung entstanden sind
  • Schäden, die im Rahmen einer Gefälligkeitshandlung entstanden sind, z.B. wenn ein Umzugshelfer etwas kaputt gemacht hat

Wer auf Nummer sicher gehen will, dass er gut abgesichert ist, sollte sich, je nach individuellen Wünschen und Bedürfnissen, über eventuelle Zusätze zur Haftpflichtversicherung informieren und Gedanken machen. So können sich z.B. Mieter zusätzlich für den Verlust fremder Schlüssel absichern, die sogenannte Bauherrenhaftpflicht sicher Bauvorhaben über 25.000 Euro ab. Auch für Tagesmütter gibt es spezielle Tarife und Optionen, damit diese vollkommen sorgenfrei den Umgang mit den Kindern pflegen können.

Der Schadensfall – was Versicherungsnehmer jetzt tun und beachten müssen

Natürlich ist es wichtig, in jeder Lebenssituation die richtige und passende Versicherung zu haben. Wichtig ist es aber auch, im Schadensfall zu wissen, was zu tun ist, wie man sich verhalten sollte, was wichtig ist. In diesem Fall ist es wichtig, zunächst einmal den Schaden zu dokumentieren. Notizen und Fotos können hier sehr dienlich und hilfreich sein. Des Weiteren sollten Versicherungsnehmer unbedingt beachten, den Schaden möglichst zeitnah der Versicherung zu melden. Zwischen dem Schaden an sich und der Meldung bei der Versicherung sollte maximal eine Woche liegen. Auch, wenn es der Geschädigte fordert, der Versicherungsnehmer sollte zunächst weder ein Schuldgeständnis ablegen noch eine Zahlung leisten. Wichtig ist, den Schaden der Haftpflichtversicherung zu melden und mit dieser in Kontakt zu bleiben und zu besprechen, wie nun weiter vorgegangen werden kann. Ein Versicherungsunternehmen hat Experten, die sich mit den diversen Schadensfällen auskennen. Diese können einschätzen und beurteilen, ob überhaupt ein Anspruch besteht, in welcher Höhe dieser besteht und wie der Fall richtig und korrekt abgewickelt werden kann. Der Versicherungsnehmer sollte stets Rücksprache mit seiner Versicherung halten und sich auf deren Wissen und Kompetenz verlassen.

Die Kündigung der Hausratversicherung

Jede Versicherung kann gekündigt werden, so auch die private Hausratversicherung. Aber auch hier gibt es ein paar  Dinge zu beachten, dass die Kündigung auch wirklich rechtens ist und in Kraft tritt. So sollte die Kündigung immer schriftlich erfolgen. Wer selbst ein Schreiben aufsetzt, sollte hier keine wichtigen Daten und Fakten vergessen. Folgende Daten sind hier ein Muss im Kündigungsschreiben:

  • Name des Versicherungsnehmers
  • die vollständige Adresse des Versicherungsnehmers
  • die entsprechende Versicherungsnummer
  • der Termin, zu dem gekündigt werden soll

Bezüglich des Kündigungstermins sind Laufzeiten der Verträge und Kündigungsfristen zu beachten. Ordentliche Kündigungen können immer zum Laufzeitende ausgesprochen werden unter Berücksichtigung der entsprechenden Kündigungsfrist. Die Kündigungsfrist beträgt hier in  der Regel drei Monate, die Laufzeiten können je nach Anbieter variieren. Meist ist es immer ein Jahr, es können aber auch z.B. drei Jahre sein. Hier sollten sich Versicherungsnehmer individuell informieren, bevor sie eine Kündigung aussprechen. Einige Versicherungen bieten aber auch Haftpflichtversicherungen mit einer täglichen Kündigungsoption an. Allerdings kann das auf Kosten von anderen Vertragsoptionen wie eine erhöhte Prämie der Fall sein.

Wer sich nicht sicher ist, wie ein solches Kündigungsschreiben aussehen kann, kann auch auf ein von vielen Versicherern zur Verfügung gestellten Formulare zurückgreifen.

Beide Seiten, sowohl Versicherungsnehmer als auch die Versicherung selbst haben das Recht auf eine außerordentliche Kündigung. Versicherungsnehmer dürfen dieses Recht in Anspruch nehmen, wenn die Beiträge erhöht wurden, und das ohne eine entsprechende Anpassung der Leistungen. Wurde ein Schaden reguliert, haben beide Seiten das Recht, eine außerordentliche Kündigung auszusprechen.

Richtig berechnen, sinnvoll vergleichen

Fest steht, die private Haftpflichtversicherung ist keine Pflichtversicherung. Hingegen gibt es Haftpflichtversicherungen, die sind Pflicht, so z.B. die KFZ-Haftpflichtversicherung. Doch auch wenn die private Haftpflicht kein Muss ist, so ist sie dennoch in ihrer Wichtigkeit nicht zu unterschätzen. Auch ohne bösen Willen, ohne jegliche Absicht, hat man jemand oder was schnell einmal einen Schaden zugeführt. Ohne Haftpflichtversicherung kann das dann unter Umständen sehr teuer werden. Eine entsprechende Versicherung aber fängt hier das finanzielle Risiko auf.

Anbieter für Haftpflichtversicherungen gibt es viele. Wichtig ist es, sich zunächst genau zu überlegen, was man will, was man braucht, und dann die einzelnen Angebote gezielt und auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt zu vergleichen. Ein Tarif- und Vergleichsrechner kann hier eine sehr große Hilfe sein. Unter Angabe nur weniger individueller Daten erstellt dieser dann einen ganz persönlichen Vergleich. Dabei haben Interessenten oft die Möglichkeit, den Vergleich unter drei verschiedenen Aspekten zu betrachten, nach dem Preis, nach den Empfehlungen, nach den Noten und Bewertungen.

In unserem Beispiel ist es eine Familie, die sich durch eine private Haftpflicht absichern möchte. Folgende Angaben sind hier erforderlich:

  • wer soll versichert werden: Familie
  • Kinder unter 7 Jahren mitversichert: ja
  • Geburtsdatum Versicherungsnehmer: 08.04.1966
  • Öffentlicher Dienst: nein
  • Versicherungssumme ab: 5.000 Euro

Was die Versicherungssumme, oft auch als Deckungssumme bezeichnet, betrifft, so empfehlen Experten hier eine Summe von mindestens 3 Millionen Euro für Personen und Sachschaden, und mindestens 100.000 Euro für Vermögensschäden. Besser noch, so auch der Tipp vieler Vergleichsrechner, sind 5 Millionen Euro für Personen und Sachschäden. In unserem Beispiel sind wir diesem Tipp gefolgt und haben eine Deckungssumme von 5 Millionen Euro angenommen und angegeben.

Bevor der Vergleichsrechner ein Ergebnis liefert, sollten noch weitere Angaben gemacht werden:

  • Zahlweise: jährlich
  • Mindestlaufzeit: 1 Jahr
  • Weitere Leistungen: Ausfalldeckung und Schlüsselverlust
  • Selbstbeteiligung: ja bis 300 Euro

Eine Selbstbeteiligung von bis zu 300 Euro reduziert die zu zahlende Prämie. Wirklich lohnen tut sich diese aber meist erst dann, wenn mindestens 10 Jahre kein Schaden zu regulieren war.

Im Bereich Top Preis Leistung schneidet in unserem Beispiel die Haftpflichtkasse Darmstadt mit dem Tarif Einfach Besser Plus ab. Aus Sicht des Preises für die Versicherung ist die GVO klarer Vergleichssieger. Was die Benotung der Angebote angeht, so ist auch hier die Haftpflichtkasse Darmstadt an erster Stelle.

Wer vergleicht, sollte sein Hauptaugenmerk nicht nur auf die zu zahlende Prämie legen. Denn auch alle weiteren Tarifdetails sind wichtig. Zeigt der Vergleichsrechner ein Top Preis Leistungs Ergebnis an, so kann auch dieses ein guter Anhaltspunkt sein, um eine individuell passende Haftpflichtversicherung zu finden.